Diskriminierung Homosexueller in Indiana erlaubt

Diskriminierung Homosexueller
Foto: © rglinsky | Depositphoto-ID: 8364624

Neues Gesetz in Indiana sorgt für Protest

Ein neues Gesetz zur Religionsfreiheit hat im US-Bundesstaat Indiana für Protest gesorgt. Hintergrund ist, dass Geschäfte homosexuelle Kunden abweisen können. Indianas Gouverneur, der Republikaner Mike Pence sieht darin keine Diskriminierung. In einer Fernsehansprache sagte er:

Dieses Gesetz ist nicht zur Diskriminierung da, wenn das so wäre, dann hätte ich es nicht unterzeichnet. Es habe „viele Missverständnisse gegeben.

Das Gesetz zur „Wiederherstellung der Religionsfreiheit“, das Mike Pence am 26. März unterzeichnete, soll Menschen vor der Beeinträchtigung ihrer religiösen Praxis schützen. Durch die Verabschiedung des Gesetzes könnten Homosexuelle benachteiligt werden, indem Arbeitnehmer oder Geschäftsinhaber Schwulen und Lesben mit Verweis auf religiöse Skrupel einen Arbeitsplatz oder die Bedienung verweigern.

Für Aufregung sorgen auch immer wieder Dienstleistungen rund um Hochzeiten von Schwulen und Lesben. Bisher verhinderte das Anti-Diskriminierungs-Gesetz des Bundes, das Geschäftsleute Homosexuellen solche Dienstleistungen verweigern.

Der Protest gegen das Gesetz ist enorm. So twitterte die ehemalige Außenministerin Hillary Clinton von den Demokraten ihre Ablehnung:

Traurig, dass es heutzutage in Amerika zu diesem neuen Gesetz in Indiana kommen kann.

Ähnliche schwulenfeindliche Entwürfe sind nach Angaben der Menschenrechtsorganisation „Human Rights Watch“ (HRW) derzeit in mehreren Bundesstaaten in Arbeit. Es gibt jedoch erheblichen Gegenwind, auch von Geschäftsleuten, die um ihren Ruf fürchten. Geschäftsleute aus Indiana werben mit Aufklebern: „Bei uns sind alle Kunden willkommen.“ Und der „Indianapolis Star“ aus der Hauptstadt des Bundesstaates appelliert in großen Lettern an den Gouverneur: „Bring das jetzt in Ordnung“.

Pence, der mit der republikanischen Präsidentschaftsnominierung liebäugelt, ist inzwischen auf dem Rückzug. „Nach vielen Gesprächen und Beratungen“ sei er „zu dem Ergebnis gekommen, dass es hilfreich wäre, die Gesetzgebung in dieser Woche dahin gehend zu bewegen, dass klar wird, dass dieses Gesetz Unternehmen nicht das Recht gibt, Dienstleistungen irgendjemandem gegenüber zu verweigern“.

Bleibt zu hoffen, dass dieses Gesetz außer Kraft gesetzt wird. Ich bin immer wieder erstaunt, welche absurden Gedanken bzw. welcher abgrundtiefe Hass in Menschen stecken muss, um auf die Idee zu kommen, andere Menschen diskriminieren zu wollen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.